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{{Infobox Landkreis
|Name = Euskirchen
|Wappen = DEU Kreis Euskirchen COA.svg
|Karte = Locator map EU in Germany.svg
|Breitengrad = 50.6692
|Längengrad = 6.7838
|Lageplan = North rhine w EU.svg
|Bundesland = Nordrhein-Westfalen
|Regierungsbezirk = Köln
|Landschaftsverband= Rheinland
|Verwaltungssitz = Euskirchen
|Kreisschlüssel = 05366
|NUTS = DEA28
|Gliederung = 11
|Adresse = Jülicher Ring 32
53879 Euskirchen
|Website =
|Landrat = Markus Ramers
|Partei = SPD
}}

Der '''Kreis Euskirchen''' ist eine im äußersten Südwesten des Landes mit ). Verwaltungssitz ist die namensgebende Kreisstadt .

Geografie

Lage

Der liegt im Südwesten von Nordrhein-Westfalen an der Grenze zu und zum . Südlich des zu gehörenden Ortsteils , am Losheimer Landgraben (nicht zu verwechseln mit dem ), liegt der südlichste Punkt Nordrhein-Westfalens.

Im Norden des 1.248,86 km² großen Kreisgebietes befinden sich am südlichen Teil der die sowie die Ausläufer der , der der ungefähre Grenzverlauf von Nordwesten in Richtung Südosten folgt. Im Westen verläuft die Grenze entlang der bis hinauf zum und entlang des -Tales und der . Südlich befindet sich das sowie die Anfänge des s und der größte Teil des s.

Das nördliche Kreisgebiet im Bereich der Städte Euskirchen und sowie der Gemeinde ist geprägt von großen -Flächen, die vorwiegend lich genutzt werden. Der südliche Teil wird durch die Erhebungen der Eifel mit großflächigen gebieten bestimmt, die insgesamt 36,1 % der Gesamtfläche einnehmen.

Der Kreis Euskirchen hat in Nord-Süd-Richtung eine maximale Ausdehnung von 47 km. Der nördlichste Punkt liegt südlich von im Forst Ville zwischen der und der L 194, der südlichste, der zugleich der südlichste des Landes Nordrhein-Westfalen ist, liegt, wie zuvor erwähnt, an der Grenze zu Rheinland-Pfalz auf dem Gebiet der Gemeinde Hellenthal. In Ost-West-Richtung dehnt sich das Kreisgebiet über maximal 42 km aus. Der westlichste Punkt befindet sich in Nähe der bei Hellenthal an der Grenze zu Belgien, an der Rocherather Straße, die auf belgischer Seite durch das Gebiet des führt. Der östlichste Punkt liegt im Münstereifeler Wald, nahe dem er Ortsteil Todenfeld und der Ortsgemeinde in der .

Der höchste Punkt befindet sich mit bei in der Gemeinde .

Gewässer

Knapp 14 km² des Kreises bestehen aus Wasserfläche, was etwa 1,1 % des Gesamtgebietes entspricht. Der größte Teil davon liegt im Gebiet der . Während die Anzahl von n sehr hoch ist, sind keinerlei natürliche n vorhanden.

Flüsse und Bäche

Vorwiegend in den Höhenlagen der Eifel sind zahlreiche Quellgebiete von Bächen und Flüssen sowie n zu finden. Im Kreis Euskirchen entspringen unter anderem die vier wichtigsten, das Kreisgebiet durchfließenden Flüsse , , und . Während Erft und Ahr direkt in den münden, entwässert die Kyll zunächst in die und die Urft in die , die in die mündet.

Seen und Talsperren

Alle nennenswerten sind künstlich angelegt worden. Die n entstanden vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre als n zur Wassergewinnung und Stromerzeugung oder als . Die beiden n bei Zülpich stammen aus den 1970er Jahren und sind durch den - entstanden. Einige der Gewässer sind als Naherholungsgebiet für die Freizeitgestaltung als - oder see ausgelegt.

{| class="wikitable toptextcells"
|-
! Name || Lage || Speicherraum || Oberfläche || Nutzung
|-
|
| Schleiden-Gemünd
| align="center" | 45,51 Mio. m³
| align="center" | 230 ha
| Hochwasserschutz
Niedrigwasseraufhöhung
Energieerzeugung
|-
|
| Hellenthal
| align="center" | 19,3 Mio. m³
| align="center" | 110 ha
| Hochwasserschutz
Niedrigwasseraufhöhung
Trink- und Brauchwassergewinnung
Energieerzeugung
|-
|
| Zülpich
|| align="center" | 85 ha
| Wassersport- und Badesee
|-
| (Neffelsee)
| Zülpich-Füssenich/Geich
|| align="center" | 70 ha
| Naturschutzsee
|-
|
| Dahlem-Kronenburg
| align="center" | 2,7 Mio. m³
| align="center" | 27 ha
| Hochwasserschutz
Wassersport- und Badesee
|-
|
| Euskirchen-Kirchheim
| align="center" | 1,06 Mio. m³
| align="center" | 14,6 ha
| Niedrigwasseraufhöhung
Brauchwassergewinnung
|-
||Bad Münstereifel-Eicherscheid/Schönau
|0,9 Mio. m³
|

|Hochwasserschutz
Erholungsgebiet
|-
|
| Blankenheim-Freilingen
| align="center" | 0,73 Mio. m³
| align="center" | 9 ha
| Wassersport- und Badesee
|-
|
| Euskirchen-Kirchheim
| align="center" | 68.500 m³
| align="center" |
| Brauchwassergewinnung
|}

Bauwerke

Im westlichen Teil des Kreisgebietes, insbesondere am Verlauf der Grenze zu Belgien, befinden sich bedeutende Ruinen und erhaltene Anlagen des ehemaligen es.

Im Stadtgebiet von Bad Münstereifel gibt es zwei Radioteleskope zu bewundern. Den 25-m-Astropeiler auf dem , das erste Radioteleskop Deutschlands und seit 1999 Industriedenkmal. Das , mit 100 m Durchmesser das größte vollbewegliche Radioteleskop Europas und das zweitgrößte weltweit.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im belegte der Landkreis Euskirchen Platz 274 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit ?ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix? für die Zukunft.

Verkehr

Schienenverkehr

Die Erschließung mit Bahnlinien begann 1864, als die eine Strecke von Düren zur Kreisstadt Euskirchen eröffnete. Von hier wurde die Trasse zwischen 1865 und 1870 weiter in die Eifel hineingeführt, während die direkte Verbindung von Köln her erst 1875 fertiggestellt war.

Die erbaute vom Knoten Euskirchen ferner Bahnen nach Bonn (1880) und Bad Münstereifel (1890). Außerdem gingen von der noch folgende Zweigbahnen ab:

  • 1884: Kall ? Hellenthal
  • 1912: Jünkerath ? Losheim ? Weywertz und
  • 1912/13: Blankenheim Wald ? Ahrdorf ? Dümpelfeld mit Anschluss Ahrdorf ? Lissendorf

Die erschlossen 1895 einige abseits der Hauptlinien gelegene Gegenden durch die Schmalspurbahnen Euskirchen ? Mülheim-Wichterich ? Liblar und Mülheim-Wichterich ? Zülpich ? Satzvey ? Arloff.

In Zülpich Stadt bestand seit 1909/11 Anschluss an die der .

Die Eisenbahnen umfassten schließlich ein Netz von 214 km Länge. Davon sind für den Personenverkehr heute nur noch 84 km übrig geblieben, nachdem zahlreiche (Neben-)Strecken stillgelegt wurden.

Heute stellt die Stadt Euskirchen mit den zentralen Schienenverkehrsknoten im Kreisgebiet dar. Hier treffen sich die folgenden Strecken:

  • (''Euskirchen ? Zülpich ? Düren'')
  • (KBS 475, ''Euskirchen ? Meckenheim ? Bonn'')
  • (KBS 474, ''Köln ? Weilerswist ? Euskirchen ? Mechernich ? Kall ? Nettersheim ? Blankenheim (Wald) ? Dahlem ? Trier'')
  • (KBS 475, ''Euskirchen ? Bad Münstereifel'')

Zusätzlich findet auf der ''Kall ? Schleiden ? Hellenthal'' an Sonn- und Feiertagen ein verkehr statt.

ÖPNV

Der Kreis Euskirchen ist Mitglied im (VRS), der wird von folgenden Verkehrsunternehmen durchgeführt:

Konzessionsinhaber und Aufgabenträger ist dabei die
  • (KVE)

Seit dem 7. Januar 2002 wird ein Großteil des ÖPNV abseits dichter besiedelter Gebiete (wie der Stadt Euskirchen und dem Schleidener Tal) als durchgeführt. Dabei werden die Linien mit Taxen im Stundentakt bedient, allerdings muss sich der Fahrgast spätestens 30 Minuten, bei Schäfer Reisen 60 Minuten, vor der planmäßigen Abfahrt telefonisch anmelden. Nachdem für den TaxiBus anfangs nur der normale Fahrpreis (VRS-Tarif) entrichtet werden musste, wird seit einigen Jahren zusätzlich ein geringer Zuschlag erhoben. Seither wird der TaxiBus im Kreis Euskirchen unter dem Namen ''TaxiBusPlus'' vermarktet.
Auf nachfragestarken Fahrten wie in der kommen weiterhin normale Omnibusse zum Einsatz, im Schülerverkehr ergänzt durch spezielle ?linien?.

Straßen

Die wichtigste Straßenverbindung im Kreis Euskirchen und für einen Großteil der Eifel ist die . Die so genannte entstand ab 1977 mit dem 16,9 km langen Teilstück vom Autobahnkreuz Bliesheim über die Euskirchen (110) bis nach Wißkirchen (111). 1981 wurde der 8,5 km lange Abschnitt bis Bad Münstereifel/Mechernich (112) fertiggestellt und im folgenden Jahr die restlichen 13,4 km mit Anschluss bei Nettersheim (113) bis zum derzeitigen Autobahnende bei Blankenheim (114). Das fehlende Teilstück bis zum südlichen Abschnitt der A 1 bei wird im 2003 als vordringlicher Bedarf geführt, so dass mit der Weiterführung gerechnet werden kann. Im Norden des Kreisgebietes verläuft seit 1970 außerdem die mit der Anschlussstelle Weilerswist (25).

In den 1970er Jahren wurden zwei weitere Autobahnen im Kreisgebiet geplant. Die sollte von über Schleiden und Kall bis zur A 1 bei Nettersheim führen. Bis in die 1990er Jahre gab es Planungen für die von der niederländischen Grenze bei über Düren, Zülpich, Euskirchen bis nach . Bei Euskirchen wurden dafür bereits umfangreiche Vorleistungen erbracht, wie z. B. das Autobahnkreuz Euskirchen, das heute Teil der gleichnamigen ist.

Durch das Kreisgebiet verlaufen auch zahlreiche n. Die wichtigste die die , die in Euskirchen sowie im südlichen Bereich ab Blankenheim stark befahren ist, da sie dort den Verkehr der nicht fertiggestellten A 1 aufnehmen muss. Die ist zwischen Zülpich und Euskirchen auf der Trasse der geplanten A 56 als ausgebaut und soll als nördliche Ortsumfahrung von Euskirchen verlängert werden. Die verläuft von Mayen über Blankenheim und Schleiden durch den Nationalpark Eifel bis nach Aachen. Ebenso durch den Nationalpark führen die von Köln über Zülpich, Schleiden und Hellenthal bis nach Prüm, die etwa 28 km entlang der Grenze zu Belgien verläuft, sowie die von über Schleiden, Mechernich und Euskirchen bis . Beim Hellenthaler Ortsteil Losheim beginnt die , die anfangs mehrfach die Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz überquert und bis nach im in Rheinland-Pfalz führt. Die in beginnende führt im Kreisgebiet über Zülpich bis Mechernich, wo sie an der A 1 Anschlussstelle 112 endet.

Unternehmen

Die Unternehmensstruktur ist mittelständisch geprägt. Größte Unternehmen mit Sitz im Kreis sind die in und in Kall. Größere Unternehmen mit Standorten im Kreis Euskirchen sind unter anderem , und in Euskirchen, in Zülpich sowie in .

Der Nordosten des Kreises mit verkehrsgünstiger Lage an den Autobahnen 1 und ist bedeutender Logistikstandort mit Logistikzentren von , und in Weilerswist sowie von und in Euskirchen.

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Euskirchen bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen ''EU'' zugewiesen.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Schleiden Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren DA bis EZ und den Zahlen von 100 bis 999.

Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 20. Februar 2013 ist in Zusammenhang mit der auch das Unterscheidungszeichen ''SLE'' (Schleiden) erhältlich.

Sonstiges

  • Die Sagenwelt des Kreises Euskirchen ist bevölkert von zahlreichen und Werwölfinnen u. a. eine Erinnerung an die zahlreichen Wolfsrudel, die bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts das Gebiet zwischen Eifel und Erft heimsuchten.
  • Sparkasse siehe
  • Im Rahmen der wurden auch einige Ortschaften der 11 Städte und Gemeinden zum Teil schwer überflutet

Literatur

  • {{Literatur
   |Autor=
   |Titel=Kriegsende ? Durch die Voreifel zum Rhein
   |Verlag=Helios-Verlag
   |Ort=Aachen
   |Datum=2007
   |ISBN=978-3-938208-61-8}}

  • {{Literatur
   |Autor=Hans-Dieter Arntz
   |Titel=Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet
   |Verlag=K�mpel-Verlag
   |Ort=Euskirchen
   |Datum=1990
   |ISBN=3-9800787-6-0}}

  • {{Literatur
   |Autor=Hans-Dieter Arntz
   |Titel=Judaica ? Juden in der Voreifel
   |Verlag=K�mpel-Verlag
   |Ort=Euskirchen
   |Datum=1983
   |ISBN=3-9800787-0-1
   |Kommentar=3. Auflage 1986}}

Weblinks

Einzelnachweise